Neue Forschungsergebnisse zum Zusammenspiel von Religion und Migration

24. Sep. 2019

Menschen, die in ein anderes Land ziehen, tauchen in einen neuen kulturell-sozialen Kontext ein. In ihrem beruflichen, familiären und religiösen Alltagsleben können sie kaum mehr auf eingespielte Routinen zurückgreifen.

Mit der Erfahrung von Diskontinuität beginnt für die Betroffenen ein Prozess der Reorientierung, der auch ihr Selbstverständnis berührt. Für manche wird in dieser Zeit der Veränderung und Verunsicherung die Religion zu einer persönlichen Ressource.

Die neuen Studien des SPI zeigen, welche Bedeutung der persönliche Glaube und die religiöse Gemeinschaft im Leben von Migrantinnen und Migranten entfalten können.

Glaube in Migration – Religion als Ressource in Biographien christlicher Migrantinnen und Migranten

Religion als Sinn- und Orientierungssystem bietet Formen des Umgangs mit Erfahrungen von Diskontinuität an. Menschen, die auf ein religiöses Repertoire zurückgreifen, finden darin oft eine Quelle des Trostes, der Ermutigung und der Selbstvergewisserung. Religiöser Sinn kann sie befähigen, das eigene Leben zu gestalten.

Kirche und Gemeinschaft in Migration – Soziale Unterstützung in christlichen Migrationsgemeinden

Migrationsgemeinden unterstützen ihre Mitglieder in vielen Lebenslagen. Sie bieten ihnen wichtige Informationen, spirituellen Halt, ein stützendes Umfeld sowie handfeste Hilfestellungen im Alltag. Da die Gemeinden grösstenteils aus Personen mit Migrationserfahrungen bestehen, kennen sie die Bedürfnisse ihrer Klientel und können gezielt darauf eingehen.

Die Studien zeigen, wie Migrantinnen und Migranten, geprägt durch ihre Herkunft und ihre (Migrations-)Erfahrungen, unterschiedliche Formen von Religiosität vertreten und praktizieren. Mit ihrer Gegenwart tragen sie dazu bei, dass sich das Christentum in der Schweiz weiter vervielfältigt und verändert. Die Forschungsergebnisse des SPI sind von kirchlicher und gesellschaftlicher Relevanz – nicht nur in der Schweiz.
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