Trauer um Alfred (Fredi) Dubach-Wicki

Sep. 30, 2016

fredi_5_11_2005Das SPI trauert um Alfred Dubach-Wicki. Er starb am 28. September 2016 im Kreis seiner Familie.

Alfred Dubach arbeitete seit der Anfangszeit des SPI als Mitarbeiter und Projektleiter und war von 1984 bis 2005 Institutsleiter des SPI. Weit über drei Jahrzehnte prägte er den Aufbau und die Entwicklung des Schweizerischen Pastoralsoziologischen Instituts massgeblich mit.

Die von Alfred Dubach bearbeiteten Themen waren vielfältig und sie demonstrieren den Übergang von traditioneller Kirchensoziologie hin zu einer religionssoziologisch arbeitenden Pastoralsoziologie unserer Zeit. Zugleich zeigen die Arbeiten von Alfred Dubach auch eine Kontinuität in Fragen, welche die Pastoralsoziologie und die Kirchen bis heute beschäftigen.

Zu den ersten Arbeitsfeldern von Alfred Dubach gehörten Fragen nach der Entwicklung kirchlicher Berufe (Priester- und Ordensmänner-Befragungen), nach Veränderungen im Leben von Pfarreien, nach den Auswirkungen neuer Technologien auf die Verkündigung oder nach dem Verhältnis von Jugend und Kirche. In praktischer Hinsicht kamen Fragen der Pastoralplanung, der Kirchenfinanzierung und der Reorganisation der Schweizer Bischofskonferenz, bald auch die Frage einer Neueinteilung der Bistümer in der Schweiz hinzu.

Schon sehr früh befasste sich Alfred Dubach mit der Veränderung individueller Frömmigkeit und Spiritualität. So beschäftigten ihn sein ganzes Berufsleben lang Entwicklungen und Herausforderungen religiöser Kommunikation in (jungen) Familien. Ein grosser wissenschaftlicher Erfolg, ein weitbeachteter Qualitätssprung im Rahmen der Religionssoziologie, gelang schliesslich zusammen mit Roland J. Campiche (Lausanne) durch den empirisch-quantitativen Nachweis religiöser Individualisierung in der Schweiz. Die sogenannten „Sonderfall-Studien“ sind weit über die Landesgrenzen der Schweiz hinaus rezipiert worden. Sie sind bis heute vielbeachtete Marksteine in der Entwicklung der jüngeren europäischen Religionssoziologie.

Fredi Dubach hat in seiner Biografie theologische und soziologische Redlichkeit bewiesen. Sein pastoralsoziologisch-wissenschaftliches Werk ist bis heute spürbar von seiner existentiellen Auseinandersetzung mit den Grundfragen des Glaubens und der Religion geprägt.

In der Nachricht über seinen Tod wird Fredi Dubach selbst noch einmal zitiert:

„Was bleibt, ist das ewig Lebendige. Nennen wir es, wie wir wollen. Schöpferisches Prinzip, Weltseele, nennen wir es Gott. Der Name ist unwesentlich.“

Die Mitglieder des Verwaltungsrates sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Schweizerischen Pastoralsoziologischen Instituts trauern um Alfred Dubach-Wicki und nehmen Anteil am Schmerz der Familie über seinen Tod. Mit Alfred Dubach bleiben wir in der Hoffnung verbunden, von der er sagt: „Die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod ist einfach da und lässt sich nicht abschütteln, nicht erklären. Sie ist zu aufregend, um sich dieser Sehnsucht agnostisch zu entziehen.“

30. September 2016, St. Gallen

Raphael Kühne, Vorsitzender des Verwaltungsrates des SPI

Arnd Bünker, Institutsleiter SPI

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